Redebeitrag der Boba am 08.05. in Buch:

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Übergriffe, Fackelmärsche, Bürgerwehren, Brandstiftung, Angriffe, Hassparolen, Rassismus: Willkommen im Jahr 2016!
71 Jahre nach der Befreiung vom NS-Regime erleben wir ein erneutes Erstarken von Nazistrukturen. Hier in Buch entwickelte sich in den letzten Jahren eine Wohlfühlzone für Nazis. Grund dafür sind, unter anderem, ein jahrelanges Schweigen von Seiten der Lokalpolitik sowie zivilgesellschaftlichen Akteur*innen. Auch existieren vor Ort kaum antifaschistische Strukturen. Dies lässt sich unter anderem drauf zurückführen, dass Andersdenkende von den Nazis gejagt und attakiert werden. Nicht zuletzt kam es in Buch immer wieder zu Übergriffen auf Antifaschist*innen, da sie beispielsweise Nazisticker entferntetn oder dem Mord an Dieter Eich  gedenken.

 Auch die Pankower Polizei scheint die Situation weiter einheizen zu wollen. Sie verheimlichte wochenlang, dass der Pankower NPD-Vorsitzende Christian Schmidt für den heutigen Tag, ausgerechnet am Sovjetischen Ehrenmahl hier in Buch, eine Kundgebung angemeldet hat. Damit behindert sie aktiv die Arbeit, derer, die sich in Buch gegen die Nazis stellen und gefährdet die Menschen, die im Zuge der anfänglichen Mobi zum eigendlich vorgesehenen Zeitpunkt kommen, und potenziell Opfer rechter Angriffe werden. Zudem sorgt sie somit dafür, dass das Gedenken an die Befreiung von der Herrschaft der NSDAP, das Ende des zweien Weltkrieges und das Ende der staatlichen Verfolgung all derer, die nicht in das perfide Weltbild der Nationalsozialisten passten, zu einer Bühne wird für die Hetze gegen Geflüchtete, nichtdeutsche Menschen und Andersdenkende. Das, was die Bullen und Nazis im Kontext dieses 8. Mais abziehen, ist blanker Hohn für alle, die durch den Terror der Nazis ihr Leben ließen.
Der 8. Mai 1945 markiert das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. Als Gedenktag erinnert er jährlich an die tiefe Zäsur von 1945, den Neuanfang und die doppelte Befreiung von der faschistischen Barberei des Nationalsozialismus durch die Rote Armee und dem 2. imperialistischen Aggressionskrieg vom Deutschen Boden . Um so wichtiger ist es, an diesen Tag zu erinnern. Nie wieder darf es soweit kommen. Doch wir erleben momentan einen erneuten starken Rechtsruck, nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern. Es werden verstärkt rechte Parteien gewählt,die Menschen fühlen sich von den Geflüchteten bedroht und entwickeln irrationale Angstszenarien. Die verschärfte Asylpolitik, die von einem rassistischen Ausmaß geprägt ist, fördert diesen Prozess. In Deutschland erreichen rechtspopulistische Parteien wie die AfD, erschrecheknde Wahlerfolge . Es ist leider wieder Alltag zu hören: „Ich bin kein Nazi, aber…“.
Die NS-Zeit ist vor 71 Jahren für beendet erklärt worden. Die Erinnerungen an die Folgen dieses Regimes, welches Menschen in lebenswert und nichtlebenswert einteilte  und es daruafhin zu Verfolgung und Ausrottung von Jüd*innen, Sint und Roma/ Romnja sowie diejenigen, welche sich diesem menschenverachtenden Regime entgegen stellten, scheinen langsam in die Ferne zu rücken. Wir stehen heute hier um zu erinnern, dass nie wieder faschistoide Strukturen an die Macht gelangen dürfen. Wir stehen heute hier um zu erinnern, aber auch, um aufzurufen, dass wir diesen erneuten Rechtsruck nicht hinnehmen wollen. Es wird Zeit die Wohlfühlatmopshäre der Nazis in Buch zu beenden und ihnen zu zeigen, dass sie hier und nirgendwo sonst, Platz haben!
Daher ist es heute wieder notwendiger denn je Nazis entgegenzutreten und ihrem menschenverachtenden Treiben Einhalt zu gebieten, sowie rechten Parteien wie der NPD und AFD jegliche Grundlage zu nehmen.
Damals wie heute gilt: Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!